LED-Module für Leuchtkästen: Randlicht oder Hinterleuchtung?

Eine gleichmäßig beleuchtete Lichtbox beginnt mit der Anordnung der Module, nicht mit der Wattzahl. Dieser Leitfaden hilft Leuchtkastenherstellern, Messebauern und Einkäufern bei der Auswahl von LED-Kantenlichtleisten oder Modulen zur direkten Hinterleuchtung für SEG-Textilgrafiken und lichtdurchlässige Displays.

Kantenbeleuchtung oder direkte Hinterleuchtung: der Einbauunterschied

Kanten- / Seitenbeleuchtung

Vorderansicht: Leisten am Rand strahlen nach innen; die Mitte bleibt frei.

Direkte Hinterleuchtung

Seitenansicht: Module auf einer rückseitigen Trägerfläche strahlen zur Grafik.

Nur schematische Darstellungen; Positionen, Lichtkegel und Proportionen sind keine Verlegeplanung.

AuswahlkriteriumKanten- / SeitenbeleuchtungDirekte Hinterleuchtung
EinbaupositionAn ausgewählten Rahmeninnenseiten; Linsenausrichtung prüfen.Hinter der Fläche auf einer Rückwand oder einem geeigneten Träger.
LichtverteilungGerichtet, häufig asymmetrisch; an die Strecke quer durch den Rahmen anpassen.Nach vorn gerichtet; benachbarte Lichtkegel müssen sich an der Fläche überlagern.
Typische AnwendungSEG-Textilleuchtkästen, Messewände und doppelseitige Rahmen mit freier Mitte.Leuchtschilder und lichtdurchlässige Flächen mit geeigneter rückseitiger Montagefläche.
PrüfpunkteDunkle Mitte, helle Randstreifen, Ausleuchtung der Ecken und Hindernisse im Rahmen.Sichtbare LED-Punkte, Rasterabschattungen, Tiefe, Rasterabstand und Lichttransmission.

Hinterleuchtung wird auch als Oberbegriff für beide Bauweisen verwendet. Eine starre Leiste ist nicht automatisch direkt hinterleuchtend; Einbauhinweise und vorgesehene Lichtrichtung prüfen.

LED-Kantenbeleuchtung für SEG-Textilleuchtkästen planen

Innere beleuchtete Breite und Höhe, Rahmentiefe und Abstand zwischen Linse und Textil messen. Kompakte Leisten eignen sich für kurze Montageabschnitte; leistungsstärkere Leisten können größere Strecken abdecken, wenn die Optik zum Rahmen passt.

Anordnungen an gegenüberliegenden Seiten und an allen vier Seiten vergleichen. Mitte, Ecken und Ränder mit dem tatsächlich bedruckten Textil prüfen. Profilkanäle, Kabel und Träger können Schatten werfen. Die Kastenbreite allein bestimmt weder einen universellen Linsenwinkel noch eine maximale Größe.

Module zur direkten Hinterleuchtung planen

Modulraster und Abstand zur Fläche gemeinsam planen. Ein geringer Abstand kann einzelne LEDs sichtbar machen; ein größerer Abstand kann die Lichtmischung verbessern, verändert aber auch die nutzbare Lichtmenge. Entscheidend sind Lichtverteilung, Modulabstand, reflektierende Rückwand und Diffusion.

Bei lichtdurchlässigem Stein tatsächliche Dicke, Maserung und Transmission testen. Das unten gezeigte Steinpanel ist für diesen Einsatz konzipiert und kein universeller Ersatz für Textilleuchtkastenmodule. Eine geschlossene Mittelwand kann in doppelseitigen Displays eine Seite abschatten; beide Lichtwege planen.

Linsenwinkel richtig lesen

Eine Angabe wie 9° × 50° beschreibt die Verteilung in zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen. Klären, welche Ebene quer durch den Rahmen verläuft und wie die Linse ausgerichtet wird. Ein asymmetrischer Winkel ist ein Hinweis, kein Nachweis der Montageart oder einer garantierten Reichweite.

Ein Einzelwinkel wie 120° oder 170° garantiert keine gleichmäßige Hinterleuchtung. Wenn verfügbar, vollständige Lichtverteilung oder photometrische Datei vergleichen und geplante Tiefe sowie Abstände testen. Ähnliche Nennwinkel können mit unterschiedlichen LEDs, Linsen und Gehäusen verschieden wirken.

Fünf Prüfungen vor der Festlegung der Modulanzahl

Nutzbare Helligkeit: W, lm, lx und cd/m²

W beschreibt elektrische Leistung, lm den Lichtstrom der Quelle. Beleuchtungsstärke in lx misst das auf einer Fläche ankommende Licht. Leuchtdichte in cd/m² (Nits) beschreibt die leuchtende Fläche in einer festgelegten Blickrichtung. Modullichtstrom geteilt durch Grafikfläche ergibt nicht unmittelbar die gemessene Beleuchtungsstärke oder Leuchtdichte. [1] [2]

Ein Ziel für die fertige Grafik unter der vorgesehenen Umgebungsbeleuchtung festlegen. Es gibt keinen einheitlichen Helligkeitswert für alle Messen, Geschäfte oder Außenwerbeanlagen. Örtliche und Veranstaltungsregeln beachten und den tatsächlichen Druck statt nur weißen Stoff prüfen.

Gleichmäßigkeit der gesamten Fläche

Nach dem Aufwärmen ein reproduzierbares Raster mit Mitte, Rändern und Ecken messen. Minimum, Mittelwert und Verhältnis Minimum/Mittelwert für dieselbe Messgröße und dokumentierte Positionen erfassen. LED-Punkte und Farbflecken zusätzlich beurteilen; ein hoher Mittelwert kann eine dunkle Mitte verdecken.

Farbtemperatur und Farbkonsistenz

Warm-, Neutral- oder Kaltweiß passend zu Druck und Umgebung wählen. Höhere CCT verbessert nicht automatisch die Farbwiedergabe. CRI, einheitliche Farbbins und ein bedrucktes Muster prüfen. Eine feste Farbtemperatur ist etwas anderes als Tunable White; benötigte Steuerung und Dimmbereich bestätigen. [3]

Elektrische Kompatibilität und Wartung

Eingangsspannung, Steckermaße, Pinbelegung, Polarität, Kabelbelastbarkeit und zulässige Modulanzahl je Strang prüfen. Wärmeabfuhr, Montagefreiraum und Austauschzugang berücksichtigen. Nachweise für das genaue Modell und Zielland anfordern; eine Komponentenkennzeichnung zertifiziert nicht den gesamten Leuchtkasten.

Gesamtkosten des installierten Systems

Module, Netzteile, Befestigungen, Verdrahtungsarbeit, Wartungszugang und gemessenen Systemenergieverbrauch vergleichen. Steckbare Leisten erleichtern wiederholten Messeaufbau. Einsparungen aus tatsächlicher Systemleistung vor und nach dem Umbau sowie Betriebsstunden berechnen; keinen pauschalen Prozentsatz annehmen.

Messbeispiele und weiterführende Informationen zur Optik:

BOOTH LIGHTS Module: geprüfte Ausgangsoptionen

Diese Beispiele vergleichen aktuelle Produkte, sind aber keine freigegebenen Beleuchtungspläne für bestimmte Kastengrößen. Alle folgenden Beispiele arbeiten mit DC24V und nennen CRI 90+ oder ≥90. Gewählte Variante, Packungsmenge und aktuelle Produktseite vor der Bestellung prüfen.

ProduktPlanungseinsatzMaße und LinseNennleistung und Lichtstrom
Kompakte KantenlichtleisteKurze Rahmenabschnitte und SEG-Displays mit wenig Platz.200 × 23 × 16mm · 20° × 60°7W · 770lm
Schlanke KantenlichtleisteRandbeleuchtung in SEG-Aluminiumrahmen.360 × 23 × 16mm · 9° × 50°10W · 1100lm
Steckbare KantenlichtleisteModulare Messesysteme; Leistungsvariante passend zur Anordnung wählen.470 × 23 × 16mm · 9° × 50°12W / 1320lm · 18W / 1980lm
Kantenlichtleiste mit höherer LeistungGrößere Grafiken oder längere Lichtwege, nach Musterprüfung.470 × 24 × 16mm · 10° × 40°20W · 2200lm ±10%
Flexibles Stein-HinterleuchtungspanelDirekte Hinterleuchtung geeigneter lichtdurchlässiger Steine; Originalmaterial testen.480 × 240mm · 120°24W feste CCT / 48W Tunable White

Das Steinpanel besitzt eine 120°-Optik. Die 24W-Ausführung hat 288 LEDs, die regelbare 48W-Ausführung 576 LEDs. Netzteile für Leisten werden separat ausgewählt; Panelsets unterscheiden sich je Option. Tunable White benötigt eine passende Steuerung. Die Gesamthöhe enthält die Linse, soweit auf der Produktseite angegeben.

Sind zwei 10W-Leisten austauschbar?

Nicht unbedingt. Die schlanke Leiste oben besitzt eine 9° × 50°-Linse, Maße von 360 × 23 × 16mm und 1100lm. Unsere DC-Steckerversion bietet 15° × 45°, 360 × 26 × 16mm und 1000lm ±10%. Neben Wattzahl auch Optikausrichtung, Anschlüsse, Zertifizierungsnachweise und zulässige Anzahl verbundener Module vergleichen.

Kantenlichtleiste mit DC-Steckern vergleichen

DC24V-Netzteil und Verdrahtung gemeinsam auslegen

Nennleistungen aller angeschlossenen Module addieren. Ein kompatibles Konstantspannungsnetzteil mit der vom Hersteller vorgegebenen Leistungsreserve und temperaturabhängigen Reduzierung wählen. Die Anordnung in geeignete Versorgungsstränge aufteilen; ein großes Netzteil hebt Stecker- oder Kabelgrenzen nicht auf.

Beispiel: 10 Leisten × 10W = 100W nominelle Modullast. Bei 24V beträgt der nominale Gesamtstrom ungefähr 4,17A. Das ist eine Lastberechnung, keine Freigabe für einen gemeinsamen Strang; Netzteilverluste, Toleranzen und Leistungsreserve sind zusätzlich zu berücksichtigen.

Maximale Stranglänge oder verbundene Modulanzahl für das genaue Modell prüfen. Vor dem Mischen von Leisten Steckergröße und Polarität bestätigen. Dimmer oder Steuerung nur ergänzen, wenn das Produkt diese unterstützt.

Diese Angaben ermöglichen eine praktische Modulplanung

Eine Zeichnung und ein Materialmuster helfen mehr als allein eine Wattangabe. Vorbereiten:

  1. Innere beleuchtete Breite, Höhe und Tiefe; Abstand Linse–Fläche und Profilzeichnung.
  2. Ein- oder doppelseitiger Aufbau; verfügbare Rand- oder Rückwandmontagefläche und innere Hindernisse.
  3. Textil-, Acryl- oder Steinspezifikation, Druckdeckung und Transmissionsangaben oder repräsentatives Muster.
  4. Gewünschter Eindruck und gegebenenfalls gemessene Leuchtdichte; CCT, Dimmen oder Tunable White.
  5. Innen-/Außeneinsatz, Zielland, Zertifizierungsanforderungen, Netzteilposition, Kabelwege und Montagezugang.
  6. Rahmenanzahl, Packungsgrößen, Ersatzteilplanung und Projektliefertermin.

Rahmenzeichnung und Materialangaben senden

Produktfamilien vergleichen und dann die Montageart jedes Modells prüfen:

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Käuferfragen zu Kantenbeleuchtung und Hinterleuchtung

Wird eine LED-Backlight-Leiste immer hinter der Grafik montiert?

Nein. Backlight kann ein Oberbegriff im Katalog sein. Nach vorgesehener Montagerichtung, Lichtverteilung und Produkthinweisen auswählen.

Macht eine breitere Linse die Fläche immer gleichmäßiger?

Nein. Gleichmäßigkeit hängt von der gesamten Geometrie, Lichtüberlagerung und dem Flächenmaterial ab. Breiter ist nicht automatisch besser; der Nennwinkel allein reicht nicht.

Wie viele LED-Module braucht mein Leuchtkasten?

Innenmaße, Tiefe, optische Anordnung, Grafiktransmission und gewünschtes Flächenbild berücksichtigen. Anzahl und Abstand mit einem repräsentativen Aufbau bestätigen, bevor die Serienfertigung beginnt.

Warum bleibt die Mitte trotz hoher Lumenwerte dunkel?

Mögliche Ursachen sind ungeeignete Reichweite, Linsenausrichtung, Randpositionierung, wenig lichtdurchlässiger Druck, Hindernisse oder Spannungsabfall. Optik und Verdrahtung prüfen, bevor einfach mehr Watt eingesetzt werden.

Kann eine Kantenlichtleiste ein direkt hinterleuchtendes Modul ersetzen?

Erst nach erneuter Prüfung von Montage und Optik. Eine für den Lichtwurf quer durch den Rahmen konzipierte Leiste kann direkt auf die Fläche gerichtet Streifen oder ungleichmäßige Beleuchtung erzeugen.

Ist das Netzteil enthalten?

Nicht voraussetzen. Die aufgeführten Kantenlichtleisten benötigen ein separat ausgewähltes kompatibles Netzteil; Steinpanelsets hängen von der Option ab. Vor dem Kauf die vollständige Stückliste prüfen.

Technische Quellen

Begriffe wurden anhand der CIE-Definitionen und der Farbinformationen des US-Energieministeriums geprüft. Planungshinweise sind technische Empfehlungen, keine universellen Abstandsregeln. Historische Tests sind keine Leistungsdaten aktueller Produkte.

  1. CIE: Beleuchtungsstärke (Lux)
  2. CIE: Leuchtdichte (cd/m²)
  3. US-Energieministerium: Farbeigenschaften von LEDs